Category: Staatstheorie

  • 109 John Rawls‘ Gerechtigkeitstheorie 1: Schleier des Nicht-Wissens

    Wie kommen wir zu „gerechten“ Regeln für die Gesellschaft? Das ist die zentrale Frage in John Rawls „Theorie der Gerechtigkeit“ (1971). Und seine Antwort baut auf einem berühmten Gedankenexperiment auf, dem Schleier des Nicht-Wissens.

    Wie dieses Gedankenexperiment funktioniert und warum es die Antwort auf die Frage sein soll, darum geht es in der heutigen Episode. 

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  • 107 Gleichheit, Leistung, Bedarf: Verteilungsprinzipien unter der Lupe

    In der vergangenen Episode haben wir drei Prinzipien kennengelernt, die eine Verteilung vielleicht „gerecht“ machen: Gleichheit, Leistung und Bedarf. In der heutigen Episode spiele ich alle drei Prinzipien gedanklich durch. Es stellt sich heraus: So richtig „perfekt“ ist keins davon. 

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  • 106 Was ist eine gerechte Verteilung? (Einführung)

    In dieser Episode schlage ich ein neues Kapitel auf: Verteilungsgerechtigkeit.

    Es gibt Kuchen!

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  • 102  Krieg und Konflikt 1: Einführung

    Krieg ist eine gigantische Sammlung von Leid und Unrecht. Da sind sich die allermeisten Menschen einig, auch in der Philosophie. Viel besser wäre es, die Staaten könnten ihre Angelegenheiten friedlich regeln, so wie Kant sich das vorgestellt hat (vgl. Episode #83). 

    Leider sieht die Wirklichkeit aber (noch) anders aus. Wie sollen wir auf Gewalt reagieren? Um diese Frage geht es in meiner kleinen Mini-Serie zu Krieg und Konflikt. In der heutigen Episode stelle ich zwei Grundpositionen vor: Den Pazifismus und die Lehre vom „gerechten Krieg“. In den nächsten zwei Episoden werden wir uns beide Seiten genauer ansehen. 

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    Literatur:

    Carl von Clausewitz, “Was ist der Krieg?”, in: Vom Kriege, hrsg. von Ulrich Marwedel, Stuttgart 1980

    Thomas von Aquin, “Über das Erlaubtsein des Krieges”, in: Summa theologica II.II

    Ernst Tugendhat, “Pazifismus und berechtigter Krieg”, in: H.-L. Ollig (Hrsg.), Philosophie als Zeitdiagnose. Ansätze der deutschen Gegenwartsphilosophie, Darmstadt 1991

    (alle abgedruckt in Krieg. Philosophische Texte von der Antike bis zur Gegenwart, hrsg. von Michel Czelinski und Jürgen Stenzel, Stuttgart 2004)

    Seth Lazar, “War”, in: Stanford Encyclopedia of Philosophy (Link)

  • 101 Hannah Arendt über Macht und Gewalt

     „Macht“ und „Gewalt“ sind Schlüsselbegriffe der Staatstheorie. Und auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob beide das gleiche beschreiben: Gewalt wäre dann sozusagen die „konkrete“ Form von Macht. 

    Hannah Arendt sieht das ganz anders: Gewalt und Macht sind zwei Paar Schuhe, sie sind gewissermaßen sogar Gegensätze. Warum das so ist und was daraus folgt, das zeige ich in dieser Episode. 

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    Literatur:

    Hannah Arendt, Macht und Gewalt, München 1970, NA 2024 (bezahlter Link)

  • 99 Demokratie Real Talk: J. A. Schumpeter

    Was genau ist eigentlich „Demokratie“? Stimmt es, dass „das Volk“ einen bestimmten Willen hat und den dann umsetzt? So ungefähr hatte Rousseau das verstanden. 

    Der Ökonom Joseph Alois Schumpeter sagt: Dieses Verständnis ist völlig unrealistisch. Es gibt kein Gemeinwohl für alle.  Stattdessen handeln in einer Demokratie eben doch Einzelne – aber mit der Unterstützung der Mehrheit. Demokratie funktioniert ähnlich wie ein Markt: Wer am besten „verkauft“, gewinnt. 

    In dieser Episode fragen wir uns: Ist dieser Ansatz „demokratisch“ genug? Oder fehlt da etwas?

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    Literatur:

    Joseph Alois Schumpeter, Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie, Stuttgart u.a. 10. Auf. 2020 (bezahlter Link)

  • 98 Wer ist das Volk? Jan-Werner Müller über Populismus (mit Rousseau-Nachspiel)

    Seit vielen Jahren geistert das Schlagwort „Populismus“ durch die Medien. Was ist das eigentlich ganz genau? Der Politikwissenschaftler Jan-Werner Müller hat dazu eine klare These: Populismus ist die Behauptung eines einheitlichen „Volks“-Willens.

    Was heißt das ganz genau? Ist das etwas schlimmes? Und was hat dieses Thema in der Staatstheorie zu suchen? Darum geht es in der heutigen Episode.  Es stellt sich heraus: Populismus berührt einen inneren Widerspruch im Begriff „Demokratie“. Und er klingt manchmal ziemlich nach Rousseau. Zu Recht? 

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    Literatur:

    Jan-Werner Müller, Was ist Populismus? Ein Essay, Berlin 2016
    (bezahlter Link)

    Jean-Jacques Rousseau, Vom Gesellschaftsvertrag, NA Stuttgart 1977
    (bezahlter Link)

    Donald Trump [Steve Bannon], Inauguration Adress 20.1. 2017, YouTube

    Spiegel Online, Donald Trump deutet Lizenz-Verlust für missliebige TV-Sender an (19.9. 2025), Link

  • 96 Meinungsfreiheit 4: Was ist eine Plattform?

    Wenn ich meine Meinung frei sagen darf, aber niemand mir jemals zuhören wird, dann bringt mir das recht wenig. Meinungsfreiheit braucht eine „Bühne“ oder „Plattform“, also einen Ort, an dem wir uns Gehör verschaffen können, zum Beispiel ein Rednerpult, einen Social Media Kanal oder einen Radiosender. Aber was genau ist eigentlich eine Plattform, philosophisch betrachtet?

    Um diese Frage geht es in der heutigen Episode. Ich leihe mir dazu ein paar Gedanken bei Jürgen Habermas, der seit 60 (!) Jahren über den Begriff der „Öffentlichkeit“ arbeitet.

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    Literatur:

    Jürgen Habermas, Strukturwandel der Öffentlichkeit, Frankfurt/M. 1962 (bezahlter Link)

    Jürgen Habermas, Ein neuer Strukturwandel der Öffentlichkeit und die deliberative Politik, Berlin 2022 (bezahlter Link)

  • 94 Meinungsfreiheit 2: John Stuart Mill, „On Liberty“

    John Stuart Mill ist ein richtiger „Klassiker“ zum Thema Meinungsfreiheit. Er argumentiert, dass es die Welt insgesamt besser macht, wenn möglichst alle Menschen möglichst ungehindert ihre Meinung sagen dürfen, egal wie absurd oder abwegig diese Meinung ist. Er will zeigen: Selbst wenn meine Meinung die „herrschende“ ist, selbst dann wäre es besser für mich selbst, wenn abweichende Meinungen erlaubt sind.

    In der heutigen Episode erkläre ich sein Argument in Grundzügen und ordne es danach – ganz kurz – kritisch ein.

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    Literatur:

    John Stuart Mill, Über die Freiheit, Stuttgart 2010
    (bezahlter Link)

  • 93 Meinungsfreiheit 1: Was ist das überhaupt? 

    Wie viel Meinungsfreiheit haben wir in Deutschland? In dieser Frage gehen die Emotionen hoch und die Meinungen weit auseinander. Hier im Podcast atmen wir aber erst einmal ein bisschen durch und betrachten das Thema philosophisch: Was ist Meinungsfreiheit überhaupt? 

    Ich behaupte, dass zu dieser Frage mindestens fünf Teil-Fragen gehören. In der heutigen Episode werde ich sie alle vorstellen und kurz andiskutieren. In den folgenden Episoden werden wir etwas weiter ins Detail gehen. 

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    zitierte Quellen:

    Wolfgang Kubicki: “Ich empfehle mehr Entspannung und weniger konsequentes Verfolgen”, Interview WELT 18.2. 2025

    Ricarda Lang: “Jetzt wird mir klar, warum Musk wirklich mit der AfD kuschelt”, Kolumne Focus 17.1. 2025

    Daniel Brockmeier / Florian Kraemer: “Harry G. Frankfurt: Bullshit”, Podcast vom 24.10. 2024