Category: Gemeinwohl

  • 99 Demokratie Real Talk: J. A. Schumpeter

    Was genau ist eigentlich „Demokratie“? Stimmt es, dass „das Volk“ einen bestimmten Willen hat und den dann umsetzt? So ungefähr hatte Rousseau das verstanden. 

    Der Ökonom Joseph Alois Schumpeter sagt: Dieses Verständnis ist völlig unrealistisch. Es gibt kein Gemeinwohl für alle.  Stattdessen handeln in einer Demokratie eben doch Einzelne – aber mit der Unterstützung der Mehrheit. Demokratie funktioniert ähnlich wie ein Markt: Wer am besten „verkauft“, gewinnt. 

    In dieser Episode fragen wir uns: Ist dieser Ansatz „demokratisch“ genug? Oder fehlt da etwas?

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    Literatur:

    Joseph Alois Schumpeter, Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie, Stuttgart u.a. 10. Auf. 2020 (bezahlter Link)

  • 98 Wer ist das Volk? Jan-Werner Müller über Populismus (mit Rousseau-Nachspiel)

    Seit vielen Jahren geistert das Schlagwort „Populismus“ durch die Medien. Was ist das eigentlich ganz genau? Der Politikwissenschaftler Jan-Werner Müller hat dazu eine klare These: Populismus ist die Behauptung eines einheitlichen „Volks“-Willens.

    Was heißt das ganz genau? Ist das etwas schlimmes? Und was hat dieses Thema in der Staatstheorie zu suchen? Darum geht es in der heutigen Episode.  Es stellt sich heraus: Populismus berührt einen inneren Widerspruch im Begriff „Demokratie“. Und er klingt manchmal ziemlich nach Rousseau. Zu Recht? 

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    Literatur:

    Jan-Werner Müller, Was ist Populismus? Ein Essay, Berlin 2016
    (bezahlter Link)

    Jean-Jacques Rousseau, Vom Gesellschaftsvertrag, NA Stuttgart 1977
    (bezahlter Link)

    Donald Trump [Steve Bannon], Inauguration Adress 20.1. 2017, YouTube

    Spiegel Online, Donald Trump deutet Lizenz-Verlust für missliebige TV-Sender an (19.9. 2025), Link

  • 93 Meinungsfreiheit 1: Was ist das überhaupt? 

    Wie viel Meinungsfreiheit haben wir in Deutschland? In dieser Frage gehen die Emotionen hoch und die Meinungen weit auseinander. Hier im Podcast atmen wir aber erst einmal ein bisschen durch und betrachten das Thema philosophisch: Was ist Meinungsfreiheit überhaupt? 

    Ich behaupte, dass zu dieser Frage mindestens fünf Teil-Fragen gehören. In der heutigen Episode werde ich sie alle vorstellen und kurz andiskutieren. In den folgenden Episoden werden wir etwas weiter ins Detail gehen. 

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    zitierte Quellen:

    Wolfgang Kubicki: “Ich empfehle mehr Entspannung und weniger konsequentes Verfolgen”, Interview WELT 18.2. 2025

    Ricarda Lang: “Jetzt wird mir klar, warum Musk wirklich mit der AfD kuschelt”, Kolumne Focus 17.1. 2025

    Daniel Brockmeier / Florian Kraemer: “Harry G. Frankfurt: Bullshit”, Podcast vom 24.10. 2024

  • 92  Was ist politische Freiheit? Locke vs Rousseau

    “Freiheit” scheint wahnsinnig wichtig zu sein – gerade auch für unser Leben im Staat. Aber was genau heißt “Freiheit” eigentlich? 

    Um diese Grundfrage geht es in der heutigen Episode. Ich wiederhole die Arbeitsdefinition von “Handlungsfreiheit” aus Episode 16 und entwickele daraus zwei unterschiedliche Arten von “Freiheit”. So gibt es auch zwei unterschiedliche Freiheits-Verständnisse in der Staatstheorie: einmal bei John Locke und einmal bei Jean-Jacques Rousseau. 

    Ich stelle beide Freiheitsbegriffe gegenüber. Als Beispiele beschäftigen wir uns kurz mit der Corona-Pandemie und mit der Klimakrise. 

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  • 91 Vertragstheorien: eine viel zu kurze Zusammenfassung

    Nach über 20 Podcast-Episoden zum Thema „Gesellschaftsvertrag“ ist es Zeit für einen kleinen Überblick. Ich fasse die Theorien von Hobbes, Locke und Rousseau nochmal in kurzen Steckbriefen zusammen: Wie ist der Mensch? Was ist gut für ihn und wozu braucht er den Staat? Was bedeutet Freiheit? Und wie sollte Macht verteilt werden? 

    Nebenbei wiederholen wir auch die Grundidee der Anarchie, sowie Immanuel Kants Friedenskonzeption. 

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    Literatur:

    Christoph Horn, Einführung in die politische Philosophie, Darmstadt 2012 (bezahlter Link)

  • 90 Rousseaus Staatstheorie 5: Übersicht und Kritik

    Der französische Philosoph Jean-Jacques Rousseau entwirft ein basisdemokratisches Staatsmodell: Die Bürgerinnen und Bürger sind selbst der Souverän und sie sind selbst dafür zuständig, dass das passiert, was sie wollen. Sie suchen und verwirklichen den Gemeinwillen. 

    In der heutigen Episode fasse ich Rousseaus Gedankengang aus den letzten vier Episoden kurz zusammen und ordne ihn historisch ein. Anschließend betrachten wir Chancen und Schwierigkeiten seiner Ideen. Wo könnte uns Rousseau heute weiterbringen? Und was sollten wir eher kritisch betrachten?

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    Literatur:

    Jean-Jacques Rousseau, Vom Gesellschaftsvertrag, Stuttgart 2011 (bezahlter Link)

    Günther Mensching, Rousseau zur Einführung, Hamburg 3/2010 (bezahlter Link)

    Christopher Bertram, Jean Jacques Rousseau, in: Stanford Encyclopedia of Philosophy (Link)

  • 89 Rousseaus Staatstheorie 4: Gesellschaftszustand (Gemeinwille, dringend gesucht)

    Im Staat sind wir frei, wenn wir gemeinsam tun, was wir gemeinsam wollen. Das war der Grundgedanke von Rousseaus Gesellschaftsvertrag. Nur: wie finden wir diesen „Gemeinwillen“ denn heraus? 

    Genau das ist die Aufgabe aller Bürgerinnen und Bürger im Staat, sagt Rousseau. Wie das in der Praxis in etwa funktionieren soll, untersuchen wir in der heutigen Episode. Dabei stellen wir fest, dass dieser Gemeinwille ganz schön viel Arbeit macht.

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    Literatur:

    Jean-Jacques Rousseau, Vom Gesellschaftsvertrag, Stuttgart 2011 (bezahlter Link)

    Günther Mensching, Rousseau zur Einführung, Hamburg 3/2010 (bezahlter Link)